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Transsexualität ist eine geschlechtliche Variation.

Ziel dieser Seite ist die gesellschaftliche Anerkennung von Transsexualität als geschlechtliche Variation und der Abbau von Diskriminierung und Ausgrenzung. Das Angebot stützt sich dabei auch auf Untersuchungen aus den Bereichen Humangenetik und Neurowissenschaft und bezieht dabei eindeutig Stellung: Auslöser für sowohl medizinische als auch gesellschaftliche Diskriminierung ist die falsche Sichtweise, die aus transsexuellen Menschen Personen machen will, die "psychisch gestört" sind, was nach dem offiziellen Katalog der zu behandelnden Krankheiten der WHO immer noch Stand der Dinge ist. Damit werden auch im Jahr 2010 Menschen, die behaupten, dass sie "im falschen Körper" geboren worden sind (bezogen auf den Geschlechtskörper) immer noch von Anhängern eines transphoben Weltbildes zu Lügnern und Nicht-Existenten Wesen erklärt. Diese Sichtweise als falsch zu entlarven, Diskriminierungen aufzuzeigen und Klischees zu bekämpfen soll genauso Ziel dieser Seite sein, wie die Erfüllung folgender Aussage:

Jeder Mensch hat ein Recht zu existieren.

Link: Die 8 wichtigsten Forderungen

Link: zum Text-Ticker (Prozess der aktuellen rechtlichen Anerkennung) 



Hier klicken: Menschenrecht und Transsexualität - Ticker-feed

(Anmerkung: Diese Webpräsenz richtet sich an Menschen, die mit gegengeschlechtlichen körperlichen Merkmalen geboren wurden und nicht an Geschlechtswechsler)

Aktuelles:

15.01.2012

Und schon kommen die nächsten, die hier die Biologie reduzieren, um geschlechtliche Abweichungen nicht als zur Natur gehörend ansehen zu können: Der Spiegel. So schreibt Autor Lazar Backovic unter der Überschrift "Marcos Fremdkörper" von transsexuellen Kindern (http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,807219,00.html). Eigentlich handelt es sich um einen Artikel, der zumindest die richtigen Personalpronomen verwendet und ansonsten auf den ersten Blick den Anschein erweckt, als ginge es hier darum, transsexuelle Menschen in ihrem Sein zu akzeptieren. Beim zweiten Blick allerdings - und der bei der Berichterstattung über transsexuelle Menschen der eigentlich wichtige - fällt hier anderes auf: Lazar Backovic setzt eine Tradition in der Fremdzuweisung von Menschen mit geschlechtlichen Abweichungen fort, die genau dies - eben die in der Natur vorkommende Existenz geschlechtlicher Abweichungen - ablehnt.

Hier ein paar Zitate aus dem Artikel:

"Er ist transsexuell, ist als Mädchen zur Welt gekommen, fühlt sich aber als Junge."

Diese Ansicht über transsexuelle Menschen ist falsch. Ein transsexueller Junge IST ein Junge und fühlt sich nicht "als" Junge. Die Theorie, sich "wie etwas zu fühlen" basiert auf sexologischen Ideologien der 60er-Jahre, hat mit der Realität transsexueller Menschen wenig zu tun. Transsexualität ist eine geschlechtliche Variation.

"Mit seinen blonden kurzen Haaren würde er auf der Straße vermutlich als Junge durchgehen."

Der Spiegel-Artikel behauptet somit: Es handelt sich nicht um einen Jungen, sondern um ein Mädchen, dass so aussieht wie ein Junge, da es kurze Haare hat. Diese Reduktion auf stereotype Rollenklischees ist eine geschlechtliche Fremdzuweisung, die mit Transsexualität nichts zu tun hat.

"Doch rein biologisch ist sein 15 Jahre alter Körper noch immer ein Mädchen: Da sind weibliche Chromosomenpaare, Ansätze eines Busens und eine Haut, zart wie ein Pfirsich."

Weder sind Chromosomen immer dazu geeignet, das Geschlecht eines Menschen zweifelsfrei festzustellen, noch macht es sinn, die Beschaffenheit von Haut dafür heranzuziehen. Der Spiegel-Artikel behauptet hier eine "biologische Geschlechtlichkeit", die so in Wirklichkeit nicht existiert und leitet daraus dann folgendes ab:

"Medizinisch gesehen ist Transsexualität eine Geschlechtsidentitätsstörung."

Auch dies ist falsch. Zwar wird seit den 60er-Jahren von Anhänger von ein paar Sexualideologen behauptet und diese erreichten es auch, dass Transsexualität heute in Büchern als "Geschlechtsidentitätsstörung" auftaucht, dennoch hat diese medizinische Diagnose nichts mit Transsexualität zu tun (was vergleichbar ist mit den 60er-Jahren, als Homosexualität ebenso als psychische Störung angesehen wurde, und ebenso wenig in Wirklichkeit keine gewesen ist). Im Gegenteil: Gerade diese Diagnose einer "Geschlechtsidentitätsstörung" ermöglicht bis heute Menschenrechtsverletzungen gerade an transsexuellen Kindern. So existieren bis heute Umpolungstherapien an transsexuellen Kindern und es wird behauptet, dass man z.B. aus einem transsexuellen Jungen ein Mädchen machen könne, weil es sich ja "rein biologisch" um ein Mädchen handele.

Es ist kein Zufall, dass der Spiegel Artikel forciert, die direkt an der "Geschlechtsidentitätsstörungs"-Theorie anknüpfen, gibt es doch mittlerweile Proteste gegen diese Ideologie und ihre Unterstützer. Da liegt es auf der Hand, dass diejenigen, die weiterhin an die Vorstellung der Wechselbarkeit von Geschlecht glauben, aber gleichzeitig geschlechtliche Vielfalt ignoieren bzw. diese sogar per medizinischer Definition und Gesetzen verhindern wollen.

Zurück zum Spiegel-Artikel. Der Autor schreibt also "rein biologisch ist sein 15 Jahre alter Körper noch immer ein Mädchen"... so rein biologisch. Letztendlich ist das der Transsexuellenhass, der spätestens seit John Money aus einer geschlechtlichen Abweichung eine "Identitätsproblematik" gemacht hat und Regelungen ermöglicht hat, die bis heute Verstümmelungen von intersexuellen Menschen zulassen und gleichzeitig transsexuelle Menschen als psychisch krank ansieht. Aus psychisch gesunden Menschen, die ein Wissen über ihre Geschlechtszugehörigkeit haben, wurden nun ab Ende der 60er Menschen, von denen man behauptet, sie seien "rein biologisch" das eine, und "fühlten sich wie" das andere.

Wer sich hier an das eugenische Gedankengut des letzten Jahrhunderts erinnert fühlt, als Geschlecht vorallem auf die Fortpflanzung reduziert wurde, kann über Menschen, die heute noch an Money glauben, nur den Kopf schütteln. Es handelt sich nach wie vor um Menschenrechtsverletzungen, die nun noch besser in bunte Watte verpackt werden. Nachdem ich das ja seit 2006 schon ein paar mal geschrieben hatte, sich die Money-Fraktion aber immer noch halten kann in Deutschland (und damit weiter Menschenversuche betreiben kann), möchte ich es trotzdem nochmal tun. Ich wiederhole mich:

Transsexuelle Jungs sind Jungs (und keine Mädchen, die sich "wie Jungs fühlen")
Transsexuelle Mädchen sind Mädchen (und keine Jungs, die sich "wie Mädchen fühlen")

Tipp für Unbeteiligte: Moneyaner erkennt ihr daran, dass sie meist von diesem wichtigen Unterschied ablenken wollen. Moneyaner verweigern bis heute die Ausseinandersetzung über diesen Unterschied und halten transsexuelle Menschen de facto für nicht existent. Wer transsexuellen Menschen helfen will, tut gut daran, sich über diesen klein erscheinenden Unterschied zwischen einem "sein" und einem "fühlen wie" klar zu machen. Beispiel: Wenn ein Mensch sagen würde "ich bin ein Mensch" und ein anderer behauptete "Du fühlst Dich wie ein Mensch, bist rein biologisch aber keiner", wäre jedem die Monströsität dieser Fremdzuweisung klar. Genau dieser menschenverachtenden Fremdzuweisung sind Menschen mit geschlechtlicher Abweichung bis heute ausgesetzt. Wir tun gut daran, dies zu beenden. Wie wäre das, Lazar Backovic?

Hintergrund zu John Money: Ein Link
Translation in English (google translate): Here
(Please be aware of, that google translates "transsexual" falsely with "transgender" and "sex" falsely with "gender".)

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

Artikel 1
[Menschenwürde; Grundrechtsbindung der staatlichen Gewalt]
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Artikel 2
[Allgemeine Handlungsfreiheit; Freiheit der Person; Recht auf Leben]
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Artikel 3
[Gleichheit vor dem Gesetz; Gleichberechtigung von Männern und Frauen; Diskriminierungsverbote]
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

 
Transsexualität ist eine geschlechtliche Variation, eine Abweichung körperlicher Merkmale vom angeborenen Geschlecht.

"Die Natur liebt die Vielfalt, die Gesellschaft hasst sie"
(Professor Milton Diamond)

 
 
(C) 2012 Menschenrecht und Transsexualität
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